Ehemaliger Ministerpräsident Torsten Albig auf Arbeitssuche!

 

Vier Monate ist es inzwischen her, daß der ehemalige Ministerpräsident Torsten Albig nach seiner Wahlniederlage bei der Landtagswahl von allen politischen Ämtern zurücktrat. Jetzt nutzt der ein Zeitungsinterview zur Arbeitssuche. Als Jurist und Verwaltungsprofi sei Albig nach eigenem Bekunden für eine verantwortungsvolle Aufgabe als Kommunikationschef in großen Unternehmen besonders gut geeignet. Zugleich macht er aber auch deutlich, daß diese Unternehmen ihn derzeit nicht gerade mit Angeboten über den Haufen rennen. Woran das wohl liegen mag? Vielleicht überschätzt Albig seine kommunikativen Fähigkeiten. Immer dann wenn es in vergangenen Wahlkämpfen wichtig wurde, schickte er seinen damaligen Parteigenossen Ralf Stegner ins Rennen. Gegenüber den Medien wirke er, anders als Stegner, oft wortkarg und unsicher. Nicht die besten Voraussetzungen für eine Beschäftigung als Kommunikationschef.

Daß Albig nur wenige Monate nach seiner Abwahl ein deutschlandweites Interview zur Arbeitssuche nutzt und dabei seine vermeintlichen Fähigkeiten anpreist, hat einen üblen Nachgeschmack. Immerhin erhält Albig zwei Jahre lang 7.000 Euro Übergangsgeld und hat diese Anbiederung an große Wirtschaftsunternehmen eigentlich nicht nötig. Für die Wirtschaft dürften die fachlichen Kompetenzen ohnehin zweitrangig sein, denn es geht vielmehr um die weitreichenden politischen und wirtschaftlichen Verbindungen, die sich Albig durch seine Amtszeit als Ministerpräsident aufgebaut hat. Albig sieht sich dabei in guter Gesellschaft. Immerhin wechselte auch der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder nur kurze Zeit nach seiner Kanzlerschaft in die freie Wirtschaft und unterschrieb einen Vertrag beim Energieunternehmen „Gazprom“. Um diesen Lobbyismus zu verhindern, sprechen sich die Nationaldemokraten für eine Karenzzeit aus, die es führenden Politikern untersagt, sofort nach der politischen Tätigkeit in die freie Wirtschaft zu wechseln.

Abgesehen vom Lobbyismus ist es den Bürgern ohnehin nur schwer zu vermitteln, daß Politiker zwei Jahre Übergangsgeld kassieren, während Arbeitslose nach nur einem Jahr Arbeitslosigkeit in Hartz 4 abrutschen können, und dabei Gefahr laufen, nicht nur die eigenen Ersparnisse, sondern auch Haus und Hof zu verlieren. Das hat mit sozialer Gerechtigkeit wenig zu tun.

 

  

 


 

Jörn Lemke

Stellv. NPD-Landesvorsitzender

Lübeck, den 25.09.2017

 




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