Occupy was?

 

 

 

Zunächst muß das englische Wort ins Deutsche übersetzt werden. Occupy heißt besetzen! Was wird aber von den aufgeschreckten Menschen, die so plötzlich aus dem Nichts in vielen Städten der westlichen Welt vor Banken und Börsen aufmarschieren und campieren besetzt? Klar der Bürgersteig oder der Vorplatz eines Gebäudes, der ohnehin der Allgemeinheit sprich den Demonstranten gehört.

 

Was den Mächtigen und Abgehobenen dabei stört, ist lediglich der Umstand, daß mehr als 3 Personen sich dort versammelt haben, die womöglich keine Genehmigung eingeholt haben und evtl. den Eingang zur Bank oder Börse physisch versperren. Aber damit können die Angeprangerten noch leben, denn sie wissen, daß die etablierten politischen Kräfte im Land dafür sorgen, daß die Polizei bzw. die Eingreiftruppen notfalls rabiater vorgehen werden, um ihre Geschäftigkeit wieder herzustellen. Dann kommen noch die Beschwichtigungen der obersten Erfüllungsgehilfen des Systems hinzu, die psychologisch geschult und beraten, ihr „Verständnis“ für den Aufruhr äußern.

Ausgangspunkt des Aufruhrs der Besetzer ist die Erkenntnis, daß etwas falsch am westlichen Finanz- und Wirtschaftssystem ist. Die Erkenntnis, oft mit eigener Erfahrung begründet, daß der Abstand zwischen denen da unten und denen da oben sich immer weiter vergrößert hat und diejenigen am unteren Ende sich zunehmend abstrampeln müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen, während die anderen, am oberen Ende, in Panik geraten, wenn sie weniger als 25% Rendite erhalten und zu Weihnachten kein weiteres Domizil in irgendeinem exotischen Teil der Welt erwerben können.  

 

Verwunderlich für das plötzliche Auftreten dieser aufgeschreckten Masse ist, daß sie erst jetzt nach den vollkommen außer Kontrolle geratenen Finanz- und Wirtschaftsproblemen in Erscheinung treten. Dabei hat es genügend Systemkritiker gegeben, die sich klar und deutlich rechtzeitig zu Wort gemeldet haben. Gerade nationale Kräfte waren und sind es, die vor der Globalisierung, vor der Allmacht des Finanzkapitals, vor der Kollaboration und der Konspiration der willfährigen Handlanger der herrschenden Klasse gewarnt haben, die sich zuhauf in den etablierten Systemparteien eingerichtet haben und dort als Vollstreckungsgehilfen des Großkapitals, als Totengräber der Völker und der Nationen ihr satanisches Werk vollenden.

Das System hat keine Fehler es ist der Fehler! Geld als Ware, losgelöst von der Realwirtschaft, in den Händen von bornierten Spekulanten, Börsenjobber und Banker, unter Duldung der etablierten Politik, ist der Stoff aus dem Mammon seine Macht schöpft.

Als vor einigen Monaten Richard Fuld, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der untergegangen Lehman Investitionsbank im US-Kongressausschuß gefragt wurde, was er denn für eine Erklärung dafür hat, daß seine Handlungen und Entscheidungen die Weltwirtschaft an den Rand des Zusammenbruches gebracht haben, antwortete er: „We are doing God´s work!“ Das wurde von den Kongreßabgeordneten nicht verstanden und auch nicht hinterfragt, denn Fuld hatte die Wahrheit gesagt. Schade nur, daß niemand nachhackte, welchen Gott Herr Fuld damit gemeint hat.

 

Die Bilder der Occupy-Demonstranten zeigen aufgeschreckte, bürgerliche Gutmenschen, die man bei den Grünen, der Linke, den Jusos, der evangelischen Kirche und neuerdings in der jüngsten Playstation-Partei der Piraten finden kann. Die Öffentlichen Versammlungen gleichen ritualen Handlungen ohne Aussicht auf Erfolg. Die politischen Aussagen der Vertreter dieser Bewegung belegen die vollkommene Ahnungslosigkeit der Akteure. Es wird auch nicht allzu lange dauern, bis die Piraten und die Occupy-Szene von K-Gruppen durchsetzt sind. Damit sind sie dann impotent und stützen das westliche, asoziale und antinationale System der internationalen Plutokratie.

Feststeht, daß es keine Lösung der heutigen Probleme geben kann, solange das Geld nicht wieder seine ursprüngliche Rolle als Tausch- und Lebensblut der Realwirtschaft zurückerhält und die perversen Auswüchse des Liberalkapitalismus beendet werden. Also ist die Besetzung der Parteien, der Parlamenten, der Vorstandsetagen der Banken mit Personen vonnöten, die sich dem Volke und damit dem Gemeinwohl verpflichtet fühlen.

Let´s occupy!

 

 

 

Ingo Stawitz

Ehemals MdL S.-H.

Uetersen den 01.12.2011

 

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