Neues Schulgesetz: Jeder macht, was er will!
Wie schön war die Zeit, als wir ein beständiges, dreigliedriges Schulsystem hatten, das jeder verstand, das eindeutige Vorgaben und Ziele hatte, und an dem einfach nur hier und da eine kleine Ausbesserung notwendig war, um auch weiterhin möglichst jedem Schüler den richtigen Weg aus der Schul- in die Arbeitswelt zu ebnen. So lange ist das noch gar nicht her, aber das Schulsystem-Chaos der letzten Jahre zieht sich bereits wie ein geschmacksarmer Kaugummi.

Die Opposition wirft der schwarz-gelben Regierung, die mit ihrer Minimehrheit wieder einmal ein neues Schulgesetz durchgeboxt hat, vor, nach der großen Schulreform der damaligen schwarz-roten Regierung nun wieder zurückzurudern.
Sicherlich führen Ekkehard Klug (FDP) und sein Bildungsministerium die Schulreform nicht so fort, wie manch roter Geselle sich das vorstellen mag, aber von einem Zurückrudern kann auch nicht die Rede sein, vielmehr haben Klug und Co alle Ruder über Bord geworfen und treiben nun hilflos herum. Nach den Sommerferien soll die leidige G8-G9-Diskussion bezüglich der Gymnasien ein Ende haben. Dann entscheiden die Schulleitung, die Schulkonferenz und der Schulträger der jeweiligen Gymnasien darüber, welches Angebot es geben soll. Die Gemeinschafts- und Regionalschulen sollen zudem zu einer Schulart verschmelzen, somit gibt es schon bald – aber zunächst auch nicht zeitlich festgelegt – bloß noch Gemeinschaftsschulen und Gymnasien nebeneinander. Und auch an diesen, sich nach wie vor in der Erprobungsphase befindlichen Schularten gibt es Änderungen, so ist auch wieder die Einteilung der Schüler in Klassen nach Leistungsstärke möglich. Genau das wollte diese schwarz-rote Schulreform ja unbedingt verhindern!

Nein, liebe Opposition, das ist kein Zurückrudern und auch keine „Rolle rückwärts“ (SSW), das ist der pure Unsinn! Aber nicht bloß dieses neue Schulgesetz verdient diese Bezeichnung, sondern auch schon die 2007er Reform der damaligen großen Koalition. SPD-Chef Ralf Stegner kündigte schon an, im Falle einer Regierungsübernahme wieder am Schulsystem zu basteln. Er hat natürlich Recht damit, daß etwas passieren muß, denn momentan kann jeder machen, was er will. Es muß einfach klare Vorgaben und Regeln geben! Eine solche Wischi-Waschi-Regierung ist gerade in Bezug auf das Schulsystem ein Totalausfall! Aber an der miesen Schulreform auf Krampf festzuhalten ist auch nicht das Wahre. Sie wurde völlig überhastet und ohne jegliche Grundlagenschaffung den Schulen vorgesetzt. Seither gibt es zahlreiche Probleme bei der Umsetzung. Dadurch gehen zwangsläufig Zeit und Motivation für die Dinge verloren, die in der Schule wirklich wichtig sind, nämlich den Schülern die notwendige Bildung sowie auch Kompetenzen in allen Bereichen mit auf den Weg zu geben, damit diese Kinder und Jugendlichen eines Tages vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft sind.

Während die Lehrer vielleicht hier und da noch den Durchblick haben, dürfte er den Schülern und deren Eltern bei all diesen neuen Gesetzen völlig abhanden kommen. Da glaubt man, endlich die Schulreform mit den neuen Schularten und ihren Unterscheidungen voneinander verstanden zu haben, schon kommen neue Gesetze, die alles noch verwirrender gestalten. Plötzlich scheint jede Schule machen zu können, was sie will und wie sie es will. Und als Eltern weiß man gar nicht mehr so recht, welchen schulischen Weg das eigene Kind nun eigentlich einschlägt, da es so viele Hintertürchen gibt – und davon scheinbar auch noch unterschiedliche an den einzelnen Schulen.

Wir fordern endlich wieder Ordnung in diesem Schulchaos! Wir fordern die Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem! Da die Grundlagen für das neue System ohnehin noch nicht geschaffen sind, wäre eine Rückkehr innerhalb der nächsten paar Jahre kein Problem. Wir fordern ein einheitliches Bildungssystem auf Bundesebene! Dieses Chaos muß endlich ein Ende haben!
Wir fordern, daß die Systempolitiker ihre Machtspielchen, die sie derzeit auf den Rücken der Schüler austragen, endlich beenden und verantwortungsvoll an ihre Aufgaben herangehen – oder aber endlich ihren Hut nehmen!

Josephine G.

02.01.2011

Quelle: Kreisverband Nordfriesland
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