Systemgegner Carstensen?
Die Anwesenheit des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten bei der Feierstunde zum 20jährigen Bestehen der eigenen Landesverfassung sollte eigentlich eine ebensolche Selbstverständlichkeit sein wie die Anwesenheit eben diesen Landeschefs bei einer parteieigenen Regionalkonferenz, zu der die allerhöchsten Bundespolitiker vor Ort waren.

Allerdings scheinen die Uhren im Hause Carstensen anders zu ticken. Also ‚Peter Harry verzweifelt gesucht’ – schon wieder?! Denn wie schon bei der Regionalkonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel glänzte Peter Harry Carstensen auch bei der Jubiläumsfeier der Landesverfassung durch Abwesenheit. Fairerweise muß man sagen, daß er somit sicherlich mehr Glanz in die Hütte gebracht hat … Doch damit nicht genug, die gesamte Landesregierung tauchte nicht auf! Angeblich war die Einladung so kurzfristig erfolgt, daß andere Termine einfach wichtiger waren. Die Reden der ehemaligen Ministerpräsidenten bekam die Noch-Landesregierung also nicht mit. Kein Wunder, daß sich all die Regierungsfehler wiederholen!

Ralf Stegner schickte einen empörten Brief an den Landtagspräsidenten und kritisierte, daß der Ministerpräsident und die Kabinettsmitglieder der Veranstaltung vollständig ferngeblieben waren. Sicherlich waren Carstensens Regierungsgenossen es leid, nach den Gründen für die Abwesenheit des Ministerpräsidenten bei derartigen Veranstaltungen gefragt zu werden. Irgendwann gehen auch einem Politiker mal die Ausreden aus!

Müssen wir uns nun Sorgen um Peter Harry Carstensen machen? Machen Sie doch den Selbsttest: Laden Sie Peter Harry ein, bei Freibier und kostenlosem Mittagsmahl an der Einweihung Ihrer Gartenlaube teilzunehmen! Den bürgernahen Ministerpräsidenten nehmen wir ihm ja inzwischen ab, aber leider enttarnt er zusehends den politikfremden Landeschef. Und so ist nun mal einfach keine leistungsfähige Regierung möglich! Sobald Herr Carstensen sein Amt abgegeben hat, kann er ja gerne hier und da feiern gehen, jede Feierlichkeit eröffnen und sich auch weiterhin dem Bad in der Menge hingeben. Aber solange er Ministerpräsident ist, sollte er auch seinen Aufgaben nachkommen! Und dazu gehört auch schon mal etwas wie eine Regionalkonferenz oder eben eine solch Feierstunde. Oder aber bleibt Party-Peter all jenen Veranstaltungen fern, bei denen er nicht im Mittelpunkt steht?

Ralf Stegner äußerte zudem, daß eine Landesregierung auch „in der Schlußphase ihrer Amtszeit“ bei einer solch wichtigen Veranstaltung nicht fehlen dürfte. Für den Fall, daß es erst 2012 zu Neuwahlen kommt, wäre dies aber eine verdammt lange Schlußphase! Bei einer – normalerweise – fünfjährigen Amtszeit eine zweijährige Schlußphase einzubauen, der wir ja für gewöhnlich eine nahezu ebenso lange Eingewöhnungsphase gegenüberstellen müssen, bleibt ja immerhin noch gut ein Jahr Regierungszeit, wobei wir auch hier die Sommermonate (= Sommerloch) abziehen müssen. Na, wenn da nicht hochkarätige Arbeit möglich ist!

Wir hätten aber noch eine ganz andere Vermutung bezüglich der Abwesenheit im Sinn. Möglicherweise will er seinen Dauer-Konkurrenten Ralf Stegner nachahmen, der ja über Facebook durch seine Freundschaft mit der NPD Nordfriesland seine wahre Meinung über das System preisgab. Denn die Kommentare bei der Feierstunde anwesender Politiker sprechen eigentlich Bände. Es ist die Rede vom „Verfall der politischen Sitten“ und „Respektlosigkeit vor den Institutionen des Staates“ sowie davon, daß „die Wertschätzung des Parlaments (…) durch die Abwesenheit der Regierung leider nicht unterstrichen worden“ ist. Ja ja, Herr Carstensen, wir haben Sie durchschaut! Diese Abwesenheitstaktik spricht für sich! Ganz offensichtlich will Peter Harry Carstensen auf diese Weise seine Abneigung gegenüber dem System verdeutlichen! Rückblickend erklärt das ja so einiges …

Josephine G. und Arne Kaehne

06.11.2010

Quelle: Kreisverband Nordfriesland
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