Zwangsdemo für Schüler in Lübeck?

 

 

Es erinnert doch sehr an die FDJ-Versammlungen in der ehemaligen DDR, bei denen für Schüler eine Anwesenheitspflicht bestand und wer trotzdem nicht erschien, mußte mit Zwangsmaßnahmen rechnen. Was in der DDR damals mit Systemkritikern geschah ist hinlänglich bekannt. So etwas kann es in einer vermeintlich freien und demokratischen Bundesrepublik doch nicht geben, oder doch?

 

Zumindest berichten Schülerinnen und Schüler mehrere Lübecker Schulen unabhängig von einander darüber, daß es eine Anwesenheitspflicht auf einer Demonstration in der Innenstadt gab. „Das war eine Zwangsveranstaltung für uns Schüler. Ich musste da sein und meine Anwesenheit wurde überprüft“, schrieb ein Schüler auf Facebook. Ein anderer stimmt zu: „Uns wurde erst am Tag der Veranstaltung morgens gesagt, dass wir da zu erscheinen haben! Sonst sind es zwei unentschuldigte Fehlstunden auf unserem Bewerbungszeugnis, da geht man natürlich hin.“

 

Die Leiter der fünf Europaschulen versuchten die Situation mit folgender Erklärung gerade zu biegen. „Die Demonstration wurde als Schulveranstaltung ausgewiesen, damit die Beteiligten auf dem Weg versichert sind“, so Stephan Cosmos, Leiter der Friedrich-List-Schule. Außerdem sei die Veranstaltung laut Cosmos nicht politisch gewesen, sondern hätte nur allgemeine Grundwerte, wie Toleranz, Freiheit und Respekt angesprochen.

 

Diese Werte können auch die Nationaldemokraten uneingeschränkt akzeptieren, doch wie steht es mit der Toleranz, wenn es um die Kritik an der multikulturellen Gesellschaft und dem ausufernden Asylmissbrauch geht? Sollte man nicht auch Patrioten, die so mutig sind, diese Missstände offen ansprechen, mit Respekt begegnen. Freiheit ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden. Dieses Zitat von Rosa Luxemburg sollten sie die Organisatoren der Schülerdemo einmal hinter die Ohren schreiben, bevor sie leichtfertig von Grundwerten sprechen.

 

Ein Skandal und eine politische Beeinflussung der Schüler war die Veranstaltung in jedem Fall, da hilft es auch nichts, wenn der Organisator betont, daß es keine politische Veranstaltung gewesen ist. Vielleicht sollten die Lehrer der dort anwesenden Schulen erst einmal im Unterricht erörtern, was überhaupt der Begriff „Politik“ bedeutet, bevor leichtfertig von einer unpolitischen Veranstaltung gefaselt wird. Wir helfen dabei gerne auf die Sprünge. Laut Wikipedia kann politisches Handeln durch folgenden Merksatz charakterisiert werden: „Soziales Handeln, das auf Entscheidungen und Steuerungsmechanismen ausgerichtet ist, die allgemein verbindlich sind und das Zusammenleben von Menschen regeln“.

 

Wenn die verantwortlichen Lehrer tatsächlich weiterhin der Meinung sind, es sei eine unpolitische Veranstaltung gewesen, so kann man ihnen nur zurufen: „ Sechs, setzen!“

 

 

 

Jörn Lemke

Stellv. NPD-Landesvorsitzender

Lübeck, den 27.01.2015

 

 

 

 

 




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