Lustiges Kandidatenstadl der SPD!
Das Leben schreibt die schönsten Geschichten’ heißt eine nicht selten bestätigte Weisheit. Doch dieser Tage könnte man glatt sagen, daß die SPD die schönsten Geschichten schreibt – zumindest aber die lustigsten!

Da man von dem Sarrazin-Rummel der SPD hier oben nicht allzu viel mitbekommen hat, eröffnen die Sozialdemokraten in Schleswig-Holstein halt ihren eigenen kleinen Komödiantenstadl (Kandidatenstadl): Spätestens im Herbst 2012 wird es im nördlichsten Bundesland zu Neuwahlen kommen, da will man sich seitens der Parteien natürlich frühzeitig um die Kandidaten kümmern, die für Ämter und Listen in Frage kommen. Bei der SPD geht es dabei gerade bei der Position des Kandidaten für das höchste Amt, nämlich das des möglichen Ministerpräsidenten, mächtig zur Sache. Daß Ralf Stegner einmal mehr sein Glück versucht, verwundert niemanden. Schließlich macht er sich bestimmt große Hoffnung, nachdem ja nun das Abtreten des Nordstrander Schwergewichts Carstensen bekannt geworden ist. Doch will man Stegner innerparteilich nicht kampflos das Feld überlassen, also ließ sich auch Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig als Spitzenkandidat aufstellen.

‚Nur zwei Kandidaten, wir sind doch nicht bei der CDU’, wird man sich seitens der Sozialdemokraten gedacht haben, also kam mit der Elmshorner Bürgermeisterin Brigitte Fronzek auch noch eine Frau mit auf die Liste. ‚Feine Mischung, doch das kann noch nicht das Ende sein’, mag sich ein gewisser Dieter Schnau gedacht haben, und ließ auch noch seine Bewerbung folgen. Während Stegner, Albig und Fronzek altgediente und politisch erfahrene SPDler sind, ist Schnau erst – mit einer Unterbrechung als Hartz-IV-Empfänger – seit fünf Jahren in der Partei. Vielleicht zeichnet es ihn ja besonders aus, daß er stellvertretender Vorsitzender des Ortsvereins Wiedingharde ist. Doch besonders überzeugend ist diese Angabe des Einzelhandelskaufmanns nicht gerade. Kurzfristig hat sich auch noch ein gewisser Matthias Stein für die Spitzenkandidatur der SPD beworben. Allerdings scheint diese Person noch weniger bekannt als der politische Niemand Herr Schnau. Und ein Stein hat ja auch noch keine politische Partei wirklich weit gebracht …

Um Stegner die Wiederwahl noch leichter zu machen, könnte die SPD ja noch weitere Kandidaten folgen lassen. Wie wäre es denn mit Hans Hansen aus Hinterdeichsbüll, der als Trainer einer Fußballmannschaft der Pampersliga schon Erfahrungen mit einer dem Landtag vergleichbaren Truppe gesammelt hat? Oder vielleicht Peter Petersen auch Landunteringen, der schon seit einem Monat das SPD-Parteibuch in Händen hält und zudem als Leser des Sarrazin-Buches für die Handvoll realistischer SPDler einzustehen weiß? Oder was ist mit Claus Clausen aus Südernorderwesterosterfeld, der einfach nur mal so mitmachen will, um Aufmerksamkeit zu erhalten? Sind diese Personen nicht auch prädestiniert für den Job des SPD-Spitzenkandidaten und möglicherweise gar Ministerpräsidenten?

Na ja, wir sollten den Sozialdemokraten dankbar sein, daß sie es mit diesem Schauspiel nicht bloß schaffen, unsereins zu belustigen, sondern zudem auch die Chancen kleinerer Parteien enorm steigern. Die SPD hat die Lacher auf ihrer Seite, das ist doch auch schon mal ein Erfolg! Und wie kommentierte ein shz-Leser so schön: „Der Clown wird belacht, selten gewählt.“ Das trifft es doch ziemlich gut! Danke, SPD, wir haben schon jetzt herzhaft über dieses komödiantische Kandidatenstadl gelacht!

Um dem ganzen Kandidatenchaos noch die Krone aufzusetzen: Herr Schnau hat seine Kandidatur, die aufgrund nicht eindeutiger Bewerbungsanschreiben ohnehin lange fragwürdig war, wieder zurückgezogen. Die SPD Nordfriesland distanziert sich zudem auf der eigenen Netzseite von Schnau und stellt klar, daß sie die Kandidatur weder mittragen noch unterstützen würde. In Sachen Kommunikation hat die SPD wohl noch einiges zu lernen …

Josephine G.
07.10.2010

Quelle: Kreisverband Nordfriesland
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