Hindenburgufer gegen den Willen des Volkes umbenannt?

 

 

Über 80 Jahre ist es her, als der damalige Reichspräsident Paul von Hindenburg am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannte. Ideologisch verblendete Gutmenschen haben offensichtlich auch nach so langer Zeit nichts Besseres zu tun, als die historische Wahrheit weiterhin zu ihren Gunsten zu verdrehen. Nach Auffassung linker Politiker war Paul von Hindenburg ein Wegbereiter des Nationalsozialismus. So fanden sich auch in unserer Landeshauptstadt Kiel politische Mehrheiten, um eine weitere „Entnazifizierung“ zu betreiben. Mit einer Mehrheit von SPD, Grüne, SSW und Linke wurde Hindenburg nicht nur die Ehrenbürgerschaft aberkannt, sondern auch das nach ihm benannte Hindenburgufer in Kiellinie umbenannt.

 

Lediglich der NPD-Politiker Hermann Gutsche, der für die WaKB in die Kieler Ratsversammlung gewählt wurde, fand in seiner Rede deutliche Worte und versuchte über die geschichtlichen Hintergründe der Person Hindenburg und die damaligen Verhältnisse in der Weimarer Republik aufzuklären. Besonders die Rolle der SPD war in diesem Zusammenhang nicht gerade löblich. So unterstützten auch die Sozialdemokraten Hindenburg bei den Reichspräsidentschaftswahlen vom 10. April 1932 und gingen mit der Aussage „Schlagt Hitler. Deshalb: Wählt Hindenburg!“ in den Wahlkampf. Mit Erfolg, Hindenburg wurde bei dieser Wahl zum Reichspräsidenten gewählt. Obwohl die NSDAP bei den Reichstagswahlen bereits stärkste Partei war, versuchte Hindenburg noch lange, Adolf Hitler als Reichskanzler zu verhindern. Am 19. November 1932 erhielt Hindenburg eine Eingabe von zwanzig Industriellen, mittelständischen Unternehmern und Bankiers mit der Aufforderung, Adolf Hitler zum Reichskanzler zu ernennen. Hindenburg berief am 2. Dezember 1932 jedoch Kurt von Schleicher zum Reichskanzler. Als Schleicher jedoch vorschlug, den Reichstag aufzulösen und unter Bruch der Reichsverfassung bis auf weiteres keinen neuen wählen zu lassen, entzog ihm Hindenburg seine Unterstützung. Zu diesem Zeitpunkt waren ihm die Hände gebunden und er hatte keine andere Möglichkeit als Adolf Hitler am 30. Januar zum Reichskanzler zu ernennen.

 

Das sind die historischen Tatsachen! Doch für solche Argumente waren die Vertreter der etablierten Parteien nicht zugänglich. Hindenburg hat Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt und war daher Wegbereiter des Nationalsozialismus, so einfach ist das Geschichtsbild dieser Gutmenschen. Warum auch die Hintergründe beleuchten? Dabei könnten nur unangenehme Tatsachen ans Tageslicht kommen.

 

Daß viele Bürger diese Hintergründe jedoch längs durchschaut haben und sich daher gegen eine Umbenennung aussprechen, belegt eine Online-Petition, die bereits mehr als über 2.500 Unterstützer gefunden hat. (www.openpetition.de/petition/online/hindenburgufer-kiel-nicht-umbenennen). Doch der Wille des Volkes ist den Herrschenden vollkommen egal, sonst hätte man, wie in anderen Städten bereits geschehen, vorher die Bürger befragen können. Im nordrhein-westfälischen Voerde sowie in Garmisch-Partenkirchen entscheiden sich in einer Volksabstimmung mehr als 90 Prozent gegen eine Umbenennung. Ein diesbezüglicher Antrag des NPD-Politikers Hermann Gutsche, wurde in der Kieler Ratsversammlung durch einen Trick in der Geschäftsordnung noch nicht einmal zur Abstimmung gestellt. Offenkundig wollte die Ratsversammlung nicht öffentlich dokumentieren, daß ihnen der Wille des Volkes in diesem Zusammenhang vollkommen gleichgültig ist. So funktioniert diese Demokratie, die in Wirklichkeit längst auf dem besten Weg ist, zu eine Parteiendiktatur zu verkommen, bei der die Meinung des Volkes nur noch alle fünf Jahre gefragt ist, wenn es darum geht, das Kreuz an der vermeintlich „richtigen Stelle“ zu machen.

 

 

 

 

Jörn Lemke

stellv. Landesvorsitzender

Lübeck, den  03.02.2014

 




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