„Ehrenrunde“ für die Bildungsministerin?

 

 

 

Das Thema Bildungspolitik beschäftigt uns bereits seit vielen Jahren. Dank der Schulreform wurde das bewährte dreigliedrige Schulsystem aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium zu Gunsten eines Bildungschaos geopfert. In den neu geschaffenen Gemeinschaftsschulen finden sich vom schlechten Hauptschüler bis zum Schüler mit gymnasialer Schulempfehlung alle Schüler in einem Klassenverband wieder. In der Theorie linker Pädagogen sollen die schwächeren Schüler von den stärkeren lernen. Der Schulalltag sieht leider anders aus. Viele Lehrkräfte wissen längst nicht mehr, wie sie bei dem unterschiedlichen Lernniveau der Schüler erfolgversprechend unterrichten sollen. Eine Doppelbesetzung mit zwei Lehrkräften, wie zur Einführung der Gemeinschaftsschule versprochen, ist Wunschdenken linker Bildungspolitiker geblieben, denn es fehlt das Geld für diese zusätzlichen Lehrkräfte. Leidtragende dieser verfehlten Schulreform sind die Kinder, die nicht ihrem Bildungsstand entsprechend unterrichtet werden können.

 

Da viele Bürger der gehobenen Schichten, um das Desaster der staatlichen Bildungspolitik wissen, nehmen sie seit einigen Jahren zunehmend Zuflucht zu privaten Anbietern (Beispiel Leibnitz Schule in Elmshorn), die mit straffen Programmen und ideologisch befreit, dafür sorgen, daß ihre Absolventen -die Schüler- mit in der Wirtschaft vorzeigbaren und verwertbaren Abschlüssen Erfolg haben werden anstatt mit fast wertlosen Abi-Schildern an der Heckscheibe ihrer Fahrzeuge für ein paar Tage durch die Gegend zu fahren. Die Mittel- und Oberschichten verlassen sich auf ihre noch vorhandene Finanzkraft und kaufen sich eine gute Bildung. Sie überlassen ihre Kinder nicht dem allgemeinen Bildungsnotstand.

 

Aufgabe einer umsichtigen Bildungsministerin wäre es in dieser Situation, durch zusätzliche Lehrerplanstellen das Chaos ihrer Vorgänger zumindest zu mindern. Doch anstatt sich dieser Situation zu stellen, kommen aus dem schleswig-holsteinischen Bildungsministerium immer neue abenteuerliche Vorschläge, bei denen viele Eltern nur ungläubig mit dem Kopf schütteln.

 

Die offiziell parteilose Bildungsministerin, die inhaltlich wohl am linken Rand der SPD stehen dürfte, möchte die Noten in unseren Schulen vollständig abschaffen (wir berichteten). Zusätzlich soll, wenn es nach den neuesten Vorstellungen der Ministerin geht, auch das Sitzenbleiben bald der Vergangenheit angehören. „Wir wollen fördern, nicht bestrafen“, so Bildungsministerin Wara Wende gegenüber den „Lübecker Nachrichten“.

 

Da schon jetzt aufgrund des Lehrermangels unzählige Unterrichtsstunden ausfallen, wird diese „Förderung“ jedoch ein frommer Wunsch bleiben. Für zusätzliche Lehrerstellen fehlt schlicht das Geld. Frau Wende wäre zukünftig gut beraten, nicht immer nur mit leeren Worten an die Öffentlichkeit zu gehen, sondern auch zu erklären, wie sie diese Worte in Taten umsetzen möchte. Das Abschaffen von Benotung und Klassenwiederholung könnte zwar verschleiern, wie viele Schüler aufgrund des Schulchaos in Schleswig-Holstein die Lernziele nicht erreichen, an den hausgemachten Problemen der Bildungspolitik ändern solche Maßnahmen allerdings gar nichts.

 

Ob eine ideologisch motivierte Bildungspolitikerin das noch lernen kann, ist zweifelhaft. Trotzdem raten wir in diesem Fall davon ab, Frau Wende eine „Ehrenrunde“ zu verordnen. Denn je eher sie ihren Posten verläßt, umso besser für die Schüler Schleswig-Holsteins.

 

 

 

 

Jörn Lemke

NPD-Landespressesprecher Schleswig-Holstein

Lübeck, den 15.02.2013 

 




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