Klug resolut! Doch wo bleibt das Wohl der Kinder?
In den letzten Tagen ging eine Meldung durch die regionale Presse, die viele Gemüter mächtig erhitzt und für einigen Diskussionsstoff gesorgt hat: Bildungsminister Klug (FDP) versagte zwei engagierten Lehrkräften deren schon abgesegnete Beförderung zum Schulleiter, da sie an den Streikaktivitäten im Juni diesen Jahres beteiligt waren.

Vielleicht ein kurzer Blick zurück: Im Juni 2010 hatte die Lehrergewerkschaft GEW zum Streik aufgerufen – aufgrund all der verqueren schwarz-gelben Pläne in Sachen Bildungspolitik. Viele Lehrkräfte waren diesem Aufruf gefolgt, so daß an einigen Schulen der Unterricht bzw. einzelne Stunden ausgefallen waren. Die Lehrer wurden vorab darüber informiert, daß dieser Streik Konsequenzen für sie haben könnte, wären sie doch verbeamtet und somit nicht streikberechtigt. So weit, so gut, viele Lehrer streikten, es folgten positive wie negative Rückmeldungen diesbezüglich, doch letztlich hat auch dieser Streik nicht wirklich etwas bewirkt, die Regierung werkelt weiter vor sich hin wie bisher und schert sich einen feuchten Dreck um die Sorgen und Nöte nicht nur der Pädagogen. Die direkte Folge für die Lehrer war nur, daß das Gehalt daraufhin um die nicht erteilten Stunden gekürzt wurde – soweit es dem Verfasser dieser Zeilen bekannt ist, glich aber die GEW diese Differenz wieder aus. Die Sache schien damit erledigt. Bis eben zu dem oben in der Einleitung genannten Vorfall …

Es ist hier schwierig, sich auf die eine oder andere Seite zu stellen, doch muß man bei allem Für und Wider in erster Linie immer – wenn es um die Bildungspolitik geht – an die Kinder denken, an deren Bildung, an deren Zukunft. Und das hat Bildungsminister Klug ganz offensichtlich nicht getan, vielmehr wollte er hier endlich mal eine konsequente Linie verfolgen und an den beiden Lehrkräften ein Exempel statuieren. Wenn es nach Klug geht, dann hätten die Lehrer ja gewußt, daß eine Streikteilnahme Konsequenzen haben würde. Und die hatte sie ja auch, schließlich wurde das Gehalt gekürzt, und außerdem gab es mancherorts Hohn und Spott dafür, daß sich ausgerechnet Lehrer über eine minimale Stundenerhöhung erbosten. Das war (Neunmal-)Klug aber noch nicht genug, er mußte unbedingt beweisen, daß mit der schwarz-gelben Regierung nicht zu spaßen ist. Wer sich negativ über die Pleiteregierung äußert und dies auch noch in aller Öffentlichkeit macht, muß bestraft werden. Wir Nationalisten kennen das nur zu gut, prangern wir doch auch die Mißstände in der Öffentlichkeit an und müssen dafür nur allzu oft die schweren Konsequenzen tragen. Trotz aller Qualifikation, trotz allen Fleißes und guter Arbeit mußte manch ein Kamerad schon seinen Arbeitsplatz hergeben, da der Chef mit dem Meinungsbild dieser Person nicht zufrieden war. Ebenso geht Minister Klug jetzt ganz unklug vor und schiebt jene ins Abseits, die eine eigene Meinung haben, zu der sie stehen.

Nur muß man sich aber auch mal seine Neutralität bewahren und ganz ernsthaft fragen, wieso zwei Lehrer, die offensichtlich mit dem System und zahlreichen Belangen in der Bildungspolitik nicht einverstanden sind, ausgerechnet eine Schulleiterstelle annehmen wollen, bei der sie gezwungen sind, als oberstes Organ der Schule, all jene neuen Forderungen usw. umzusetzen und den (untergeordneten) Lehrern aufzuerlegen. Dort können sie nicht streiken oder irgendwelche Forderungen verweigern. Es ist fraglich, ob jemand, der sich derart gegen eine der wenigen Verbote des Beamtentums gestellt hat (das Streikverbot), überhaupt in der Lage ist, eine solch verantwortungsvolle Aufgabe gewissenhaft umzusetzen.

Doch wie schon weiter oben erwähnt, bei allem Für und Wider muß man vorrangig an das Wohl der Kinder denken. Und wenn schon alle Planungen für ein Schuljahr gemacht sind – und die Schulleiterstelle gehört einfach zu den wichtigsten Punkten dabei – so kann eine solche Personalentscheidung sich nur negativ auf die Schule, die Lehrer, das Umfeld und nicht zuletzt den Unterricht und somit die Bildung der Kinder auswirken! Das hat Minister (Un-)Klug sicher nicht bedacht. Es ist richtig, die Lehrkräfte für ihr Fehlverhalten zu tadeln, schließlich ist es auch für die Pädagogen ein wichtiger Bestandteil ihrer täglichen Arbeit, konsequent zu sein und das Fehlverhalten der Schüler – bei vorheriger Information über die möglichen Folgen ihrer Untaten – zu rügen. Doch ist dies der falsche und wohl auch denkbar schlechteste Ansatz seitens des Bildungsministers! Aber daß dort oben im Bildungsministerium kaum qualifizierte Personen sitzen, die mit Herz und Verstand ihre Arbeit durchführen und immer wieder auf den Prüfstand stellen, ist ja hinlänglich bekannt. Hoffentlich öffnet die Mißpolitik den Bürgern endlich mal die Augen – bevor es zu spät ist!

Josephine G. 

Quelle: Kreisverband Nordfriesland
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